Manche Legenden besagen, dass es mit einer E-Mail – und in anderen heißt es, dass es mit einem königlichen Schreiben begann. Schlussendlich kann es niemand sagen, wie die Leistungsgruppen in den Zug gelangt sind, welcher am 20. April nach Budapest fuhr. Früher als je standen die 27 Schwimmer am Gleis 17 1/3 um ihre lange Reise anzutreten. Insgesamt waren sie 8 Stunden in dem Zug auf engstem Raum eingesperrt (was uns immer noch zutiefst verwundert, da der Zug mit uns nicht aus den Gleisen gefallen ist).

Nach der langen Fahrt mit dem Zug mussten sie einen Weg, der sich wie die Tour de France anfühlte, zum Bus antreten. Kaum eingestiegen, bekamen die Sportler die ersten harten Züge des Trainingslager zu spüren. Im Bus nach Hòdmezövàsàrhely wurden ihnen die ersten Regeln erklärt, die auch ihr Sprachvokabular aufs größte einschränkte. So erfuhren unsere Helden, dass Sch- Wörter nicht geduldet sind und aufs härteste mit 10 Liegestützen bestraft werden.

Täglich wurden die Schwimmer durch 6 Sportstunden gescheucht, wobei sich die Trainer meistens nur in der Sonne gebräunt haben (Anmerkung Trainer: infame Unterstellung ;D ). Die Schwimmer, die am Montag im Freibad trainierten, hatten eher eine Tendenz einer Tomate zu gleichen, so stark schien bereits die Sonne. Doch die wahre Herausforderung für unsere Leistungssportler war die Handy-freie Zeit am Abend. Morgens war immer die leichte Einheit und nachmittags dann immer die schwereren Sachen.

Doch am Mittwoch gingen wir Go-Kart-Fahren, wo auch die Trainer an den Start gegangen sind (mehr oder weniger erfolgreich). Trotzdem besaßen Steffi, Karina und Marcus die große Güte uns am Mittwoch das Halbfinale im DFB-Pokal sehen zu lassen, und so mussten wir da mal nicht unser Handy abgeben.

Doch am darauffolgenden Tag ging es wieder gnadenlos und unerbittlich weiter. Wieder Liegestützen wegen böser Wörter, Burpees wegen zu-spät-Kommen und am Abend ein Kennenlernspiel (die Mädchen durften kein GNTM sehen, was ziemlich dreist war).

Freitag war der letzte gescheite Tag, bei dem auch unerbittlich trainiert wurde. „Die Runde“ wurde dreimal gelaufen, Essen vom Interspar ins Hotel geschmuggelt. Die letzte Nacht wurde gefeiert und länger aufgeblieben (auch vor dem Hotel hatte ein Club die Boxen voll aufgedreht, und störte manche bei ihrem manchmal bis jetzt noch nicht wirkenden Schönheitsschlaf).

Der letzte Tag begann, die letzten Brote wurden von dem Hotel in die Brotdosen geklaut und die Koffer wurden so, dass man glaubte, das die Nähte platzten „gepackt“. Nun begann die letzte Einheit, ohne dass die Schwimmer Gott sei dank „die Runde“ laufen mussten. Alles wurde mit einer 9 * 100 Meter Freistil Staffel abgeschlossen. Anschließend mussten unsere Helden wieder die harte Tour zurück antreten, und sitzen nun im Zug zurück nach München.
Und wenn sie währenddessen nicht gestorben sind, dann sitzen sie im Zug auch heute.

Autor: Liz Anni Nehmke